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Publikation im Zürcher Bote vom 24.10.2014

Mit dem Postulat GR Nr. 2014/272 fordern die Grünen „Kostenlose Deutschkurse für Sozialhilfe- und Ergänzungsleistungsempfänger“. Dies mag aus Sicht der Sozialhilfe verständlich, verlockend und wünschenswert erscheinen. Das Postulat hat jedoch Hintergründe, die erörtert werden müssen. Die Stadt Zürich finanziert nämlich pro Jahr bereits Deutschkurse für Migranten /-innen mit rund 3‘000‘000 Franken. 

Das Postulat der Grünen ist brisant. Der Stadtrat hat am 20.08.2014 mit der Weisung GR Nr. 2014/206 an seiner bisherigen Praxis zur Finanzierung der ausufernden Sprachangebote festgehalten. Der Gemeinderat ist noch in der Beratung dieser Weisung und sucht Möglichkeiten, die finanziellen Ressourcen möglichst zielorientiert einsetzen zu können. Während einzelne Fraktionen nach den zwingend erforderlichen Einsparmöglichkeiten suchen, sind die Grünen weiterhin auf ungemindertem Ausgabenwachstumskurs.

Überangebot an Kursen

Die rund 3 Mio. Franken, welche die Stadt finanziert, sind für rund 175 Sprachkurse, die punktuell von 2‘000 Besuchern/-innen genutzt werden. Das bisherige breite Angebot der Departemente SSD, SD, PRD umfasst:  Eltern lernen Deutsch in der Schule; Niveaukurse; Alphabetisierungs-, Einstiegs- und Trainingskurse. Eine einzelne Lektion eines der genannten Kurse kostet in der Vollrechnung rund 230.- Franken. Davon hat jeder Teilnehmer einen bescheidenen Selbstkostenbeitrag von 5.- Franken zu leisten. Zudem subventioniert die Stadt den Kursteilnehmer/-innen die Kinderbetreuung während der Kursteilnahme, die pro Jahr mit 546`000 Franken in den Rechnungsbüchern ausgewiesen ist.

Die Erfolgsüberprüfung sämtlicher Sprachangebote erfolgt nicht etwa mit einem Leistungstest, sondern mit einem sogenannten „Feedbackfragebogen“. Dieser widerspiegelt die Zufriedenheit der Besucher/-innen, die erwartungsgemäss sehr hoch ist. Bei diesem vielfältigen und kostengünstigen Angebot ist dies keine adäquate Methode zur Überprüfung der Zielerreichung, eher eine Erkaufte. 

Wie man’s auch machen könnte 

Mit bisherigen Sprachangeboten der Stadt Zürich wird im Durchschnitt jeder der 2‘000 Nutzer/-innen mit ca. 1‘500 Franken pro Jahr unterstützt. Mit diesem Betrag könnte man gemäss zwei bewährten und renommierten Marktanbietern für jede Person 100 – 200 Lektionen anbieten. Für wirklich Bedürftige und einkommensschwache Personen bietet die Caritas Kurse an. Diese kosten lediglich den Symbolbetrag von 10.- Franken pro Quartal. Das Angebot wird möglich durch die Arbeit von Freiwilligen und Migranten/-innen, welche wöchentlich zwei Lektionen unterrichten. Dies entspricht Teilnehmerkosten von 25 Rappen pro Lektion. 

Und sollte es dann wirklich Leute geben, die trotz eines derart kleinen Selbstkostenbeitrages keinen Deutschkurs belegen können, dann frage ich mich: weshalb lernen diese Personen nicht mit kostenlosen Onlinekursen oder Gratis-Apps, um sich besser integrieren zu können? 

Freude soll herrschen

In der Bildung gilt ein wichtiger Merksatz: Freude ist der mächtigste Begleiter! Diese  Freude stammt zu 70% aus der Selbstmotivation. Eine Lehrperson kann solche Freude weder durch finanzielle Anreize noch durch zusätzliche Angebotserweiterungen erzeugen.

Ziel der Gesellschaft muss es sein, Sozialhilfebezüger in der Existenzgrundlage zu unterstützen und sie an die Arbeitswelt heranzuführen. Dazu ist es unerlässlich, die Bezüger/-innen auf die wirtschaftliche Realität vorzubereiten und ihr eigenverantwortliches Handeln zu stärken. Tut man dies, indem man ihnen alles kostenlos anbietet? Fördert man hiermit  nicht den Gedanken, „Was nichts kostet, ist auch nichts wert“? Unbestritten ist: der Weg nach oben führt über die Treppe – nicht über den Fahrstuhl! Insbesondere in der Bildung!

In der Sozialhilfe sind überproportional viele Ausländer/-innen anzutreffen. Diese kennen zum Teil die deutsche Sprache kaum und bemühen sich wenig um ihre Integration. Dafür wissen sie sehr genau, welche Ansprüche sie an das Gemeinwesen stellen können. Es darf nicht Aufgabe der Stadt Zürich sein, solche breiten Angebote zu realisieren und mit Beschäftigungsprogrammen private Anbieter zu konkurrenzieren.

 

 

Wussten Sie,

... dass Zürich 40`000 Ausländer/-innen einbürgern möchte ? Artikel
... dass Zürich 10 Mia. sFr. Schulden angehäuft hat ? Artikel 
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